Moos ist ein echter Überlebenskünstler

In kleinen rundlichen Polstern wachsen Moose auf Mauern der Hardenburg. Kein einfacher Lebensraum! Wie überstehen sie Frost und Hitze?

Hoch über den Dächern von Hardenburg ragen die Mauern der Burgruine auf. Manche von ihnen sind grün bewachsen, obwohl es da oben kaum Nährstoffe gibt. Und wenn es nicht regnet, trocknen die Steine schnell aus. Trotzdem schaffen es kleine Moospolster, im kalten Winter und in sommerlicher Hitze zu überleben.

Wieso werden sie nicht vom Regen fortgeschwemmt oder von der Mauer geweht, wenn es sehr windig ist? „Moose haben zwar keine Wurzeln, aber feine, wurzelähnliche Zellfäden“, sagt Julia Kruse, Botanikerin des Pfalzmuseums für Naturkunde. „Sie werden Rhizoide genannt. Damit halten sie sich am Untergrund fest.“

Wo es andere Pflanzen nicht aushalten

Die Expertin erkennt auf der Hardenburg-Mauer mehrere Arten, vor allem das Polster-Kissenmoos und das Dach-Drehzahnmoos. Das sind richtige Überlebenskünstler. Sicher hast du auch schon Moos auf Felsen gesehen, auf Dachziegeln oder an Baumrinde. An Stellen also, wo es andere Pflanzen nicht aushalten.

Dafür bleiben Moose auch ziemlich klein. Aber wie versorgen sie sich mit Wasser, wenn sie doch keine Wurzeln haben? „Sie nehmen über ihre gesamte Oberfläche Wasser aus Regen und Luftfeuchtigkeit auf und speichern es in ihren Mooskörpern“, erklärt Julia Kruse.

Moos schadet seinem Untergrund nicht

Einen Schutz vor sommerlicher Hitze haben die Steinbewohner auch: Das sind feine, silbrig schimmernde Härchen. Man nennt sie „Glashaare“, weil sie farblos und durchscheinend wie Glas sind. Sie helfen bei der Aufnahme von Wasser und schützen vor der Sonne. Einen großen Teil des Lichts geben sie in viele Richtungen zurück. Durch dieses „Streuen“ vermindern sie die Hitzewirkung.

Wenn auf manchen Burgmauern alles Moos beseitigt wird, ist das gar nicht nötig. Es macht die Mauern nicht kaputt: „Moos schadet dem Untergrund nicht“, sagt Julia Kruse. „Es dringt nicht ein und kann nichts sprengen, sondern es heftet sich einfach an die Oberfläche.“ Eben so, als lägen da weiche Kissen auf hartem Stein.

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Nils Museumsschätzchen: Mehlschwalben nicht immer im Pfalzmuseum zu sehen

Zwei schöne Präparate von Mehlschwalben sind jetzt im Pfalzmuseum für Naturkunde in Bad Dürkheim ausgestellt. Warum du sie bald nicht mehr sehen kannst.

Bis zum 25. Januar findest du die beiden Vögel in der Chronofotografie-Ausstellung im Vortragssaal. Sie gehören zum Fundus des Pfalzmuseums. Ein Fundus ist der gesamte Bestand an Objekten, den ein Museum besitzt. Den größeren Teil davon bekommen Besucher normalerweise nicht zu sehen.

So werden auch die beiden Schwalben-Präparate bald wieder im Magazin aufbewahrt, auch Depot genannt. Der Grund ist ganz einfach: In öffentlichen Ausstellungsräumen von Museen ist nicht genug Platz für alle Objekte. Dafür kann man aber auf sie zurückgreifen, zum Beispiel so wie jetzt für eine Ausstellung oder auch für Forschungszwecke.

Die zwei Schwalben sind in der Vitrine gut zu betrachten. Sie haben oberseits ein blauschwarzes Federkleid, die Unterseite ist dagegen weiß. Auch siehst du, dass es recht kleine Vögel sind. Sie wiegen ungefähr nur 20 Gramm! Stell dir vor: Diese Tiere fliegen Tausende von Kilometern weit und sogar über die Wüste! Ihre Winterquartiere liegen in Afrika, südlich der Sahara.

Nisthilfen am Pfalzmuseum

Schwalben leben von Insekten wie Fliegen, Mücken und Blattläusen. Diese Nahrung fehlt bei uns im Winter. Deswegen würden die Zugvögel die kalten Monate nicht überleben. Aber im Frühling kommen sie wieder zu uns. Um für den weiten Weg die nötige Kraft zu haben, müssen sie genug Insekten fressen.

Draußen am Museumsgebäude und an zwei benachbarten Häusern hängen unter den Dächern mehrere Schwalbennester. Die Vögel bauen ihr Nest aus feuchten Erd- und Lehmklümpchen. Aber sie leiden unter großer Wohnungsnot. Es gibt immer weniger nasse Bodenstellen und Pfützen, weil heute viele Wege und Plätze asphaltiert sind.

Manche Leute wollen die Nester auch nicht am Haus haben. Dabei gehören Schwalben seit Jahrhunderten zu unseren Dörfern und Städten. Um ihnen zu helfen, hängen Vogelfreunde künstliche Schwalbennester auf. Solche Nisthilfen kannst du auch am Pfalzmuseum sehen.

Wenn die Vögel aus Afrika zurückkommen, werden sie bestimmt wieder hier einziehen.

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20 Schulen aus dem Kreis bei Einschulungsaktion „Mit Nils in die erste Klasse“

Schon in der ersten Schulwoche vor die Kamera: Auch in diesem Jahr starten die Schulanfänger im Donnersbergkreis wieder „Mit Nils in die erste Klasse“. Die Fotografen Thomas Stepan, Julia Hoffmann und Gerhard Löffel sind seit Dienstag unterwegs, um die Erstklässler abzulichten. Für die Knirpse beginnt schließlich ein neuer, spannender Lebensabschnitt, der festgehalten werden soll. Jedes Kind bekommt zudem eine Sonderausgabe der Nils-Nager-Clubzeitung. Clubmitglieder – auch neu angemeldete – erhalten das Klassenfoto kostenlos per E-Mail. 20 Schulen mit insgesamt 34 ersten Klassen machen bei der Einschulungsaktion der RHEINPFALZ mit. Am Dienstag, 27. September, erscheinen die gesammelten Klassenfotos auf mehreren Sonderseiten in der Donnersberger Rundschau.

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Ein Gimpel strahlt in Leistadt

Bestimmt kennst du das Kinderbuch vom Räuber Hotzenplotz. Dort wird der Spitzbub vom zornigen Zauberer Petrosilius Zwackelmann in einen Gimpel verwandelt. Vielleicht suchte der Schriftsteller gerade diesen Vogel aus, weil man ihn früher als plump und schwerfällig ansah.

Da oben auf dem Busch bei Leistadt sitzt also ein Gimpel. Um es genau zu sagen: Es ist ein Männchen. Plump wirkt es überhaupt nicht. Trotz der strahlenden Farbe sind diese Vögel nicht leicht zu entdecken. Gern verbergen sie sich im Schutz dichter Zweige. Im Winter ist das Verstecken nicht so einfach, weil viele Büsche und Bäume keine Blätter tragen. Die Weibchen haben keine rote Unterseite, bei ihnen sieht sie grauer aus.

Andere Namen: Dompfaff und Blutfink

Ein weiterer Name für den Gimpel lautet „Dompfaff“. Das klingt nach „Dom“ und „Pfaffe“. Rotes Gefieder und ein schwarzes Käppchen, vielleicht auch das runde Bäuchlein haben die Namensgeber wohl an bestimmte Kirchenmänner erinnert. Seltener wird der Vogel auch „Blutfink“ genannt. Er gehört zu den Finken. Typisch für diese Vogelfamilie ist ein kräftiger Schnabel zum Öffnen von Samen und Früchten.

Früher hielt man viele Gimpel in Käfigen, weil sie Melodien nachpfeifen können. Zum Glück ist das Fangen von Wildvögeln heute bei uns verboten. Vielleicht von der Sonne hervorgelockt, hat sich der „Leistadter“ Gimpel aus der Deckung gewagt und lässt sein sanftes „düü düü“ hören.

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Wie Pilze einen Baumstamm zersetzen

Richtig bröckelig ist der Rest des Baumstamms geworden, der am Wegrand im Dürkheimer Wald liegt. Er sieht beinahe aus wie roter Sandstein.

Als der Baum noch lebte, war sein Inneres ganz fest. Aber wenn du jetzt sein Holz anfasst, fühlt es sich mürbe und trocken an. Und es gibt so nach, dass du es zwischen den Fingern zerdrücken kannst. Längs und quer verlaufen viele Risse durch das alte Stammstück. Es zerfällt sogar in würfelförmige Stücke.

In so einem Fall sprechen Fachleute von „Würfelbruch“. Das ist ein typisches Zeichen dafür, dass hier Pilze am Werk sind. Sie dringen in den Holzkörper ein und breiten sich darin immer weiter aus. Das tun sie, weil sie von bestimmten Stoffen im Holz leben und sie für sich verwerten.

Pilze verursachen bräunliche Färbung

Das modrige Holz bekommt dabei eine bräunliche oder rötliche Färbung. Fachleute erkennen daran, welche Pilze hier arbeiten. Es sind sogenannte Braunfäule-Pilze. Während sie das Holz zersetzen, lassen sie nur das festere Gerüst seiner Zellen übrig. Zu den Pilzen, die Braunfäule bewirken, gehört zum Beispiel der Rotrandige Baumschwamm.

Den hast du sicher schon mal an alten Baumstämmen gesehen, wo er oft durch seinen rot gefärbten Rand auffällt. Außer der Braunfäule kannst du an verrottendem Holz oft die Weißfäule entdecken. Sie wird von anderen Pilzen erzeugt und sieht viel heller aus.

Fäulnispilze erfüllen wichtige Aufgaben. Mit ihrer Arbeit gehören sie zum Kreislauf der Natur. Sie schaffen dabei neue Lebensräume. Wo sich im Holz große und kleine Höhlen bilden, finden viele Tiere Unterschlupf.

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