Nils berichtet: Unser Jahr und seine Bräuche

Zu Beginn des neuen Jahres erfahren Kinder im Alter von sechs bis zehn Jahren im Stadtmuseum im Rathaus-Center Spannendes über die vier Jahreszeiten und die damit verbundenen Bräuche im Christentum und in anderen Religionen. Was hat der Hase mit Ostern zu tun? Was ist das muslimische Zuckerfest, und warum feiert das Judentum Chanukkah? Diese und viele weitere Feste im Laufe eines Kalenderjahres können Kinder am Donnerstag von 15 bis 17 Uhr im Stadtmuseum kennenlernen. Ihr werdet dabei sehen: Es gibt viele Gemeinsamkeiten. Aber in der Veranstaltung wird es auch um die Frage gehen, welche Bräuche uns heute überhaupt noch wichtig sind und wie sie in Ludwigshafen gefeiert werden. Am Ende darf jedes Kind einen selbst gestalteten Kalender zu den wichtigsten Feierlichkeiten mit nach Hause nehmen. Der Eintritt ist übrigens frei.

Nils fragt: Was ist eine Statistik?

„Die Bürger hier in der Stadt werden auch immer weniger“, sagte mein Vater Nagbert neulich am Mittagstisch. „Woher willst du das denn wissen“, fragte ich ihn etwas herausfordernd. Da nahm mein Papa ein Bild mit ganz vielen unterschiedlich langen Balken: „Schau mal hier, diese Grafik zeigt die Statistik zu den Einwohnern.“ Und weil ich nicht wusste, was das heißt, hat er es mir erklärt. In einer Statistik kann man erkennen, wie sich Dinge über einen Zeitraum hin geändert haben. Sie besteht oft aus ganz vielen Zahlen, die regelmäßig gemessen und in eine Datenbank eingetragen werden. So kann man Aussagen über bestimmte Entwicklungen oder Trends treffen. Es gibt solche Statistiken eigentlich zu allen möglichen Themen: Arbeitslosigkeit, verkaufte Smartphones, Schüler in Rheinland-Pfalz. Du kannst mit deinen Geschwistern auch eine Statistik anlegen. Wenn ihr euch jeden Monat am gleichen Tag notiert, wie groß ihr seid, kann man bald erkennen, wer von euch am schnellsten wächst.

Nils erklärt: Weißdorn und Sagen

Habt ihr gewusst, dass es der Weißdorn war, der Dornröschen in den hundertjährigen Schlaf geschickt hat? Sie hat sich daran gestochen und ist eingeschlafen, bis der Prinz kam und sie aus dem Schlaf erweckt hat. Der Weißdorn ist ein ziemlich dicht wachsender und kräftig dorniger Strauch. Er soll, so beschreiben es die alten Sagen, aber auch das Zuhause der guten Feen gewesen sein. Die haben dann bestimmt erst einmal die Dornen verzaubert … Es gibt auch eine alte christliche Erzählung, die besagt, dass die Dornenkrone, mit der Jesus am Kreuz zu sehen ist, aus Weißdorn war. Dass der Strauch auch heilende Wirkung hat, wussten schon die Menschen in der Antike. Die haben die Pflanze gegen Durchfall und zur Blutstillung eingesetzt. Heute werden Bestandteile der Pflanze vor allem bei Menschen mit nachlassenden Herzleistungen eingesetzt, und das ist nun kein Märchen.

Nils fragt: Was sind die Bandscheiben?

Habt ihr schon einmal etwas von Bandscheiben gehört? Mein Opa Nörgel ist kürzlich aus seinem Sessel aufgestiegen und hat schreckliche Schmerzen am Rücken gehabt. „Schon wieder diese Bandscheiben“, hat er da geflucht. Solche Bandscheiben, sagt Opa, werden auch Zwischenwirbelscheiben genannt, weil sie zwischen den Wirbeln der Wirbelsäule sitzen. Jeder Mensch hat 23 davon, sie sind beweglich und zwischen drei und sieben Millimeter hoch. Bandscheiben sind wie ein weiches Kissen zwischen den Wirbeln und sorgen dafür, dass sie gut gepolstert sind. Manchmal können sie aber auch verrutschen, vor allem, wenn man den Rücken stark belastet. Das kann ganz schön weh tun – Ärzte nennen das einen Bandscheibenvorfall.

Nils erklärt: Was ist ein Pomologe?

Ein Pomologe ist ein „Apfeldetektiv“, der verschiedene Sorten züchtet und ihnen einen Namen gibt. Außerdem beschreiben Pomologen gefundene Äpfel und teilen sie den Sorten zu. Wenn er einmal nicht weiß, zu welcher Art der Apfel gehört, muss der Pomologe die „Identität“ des Apfels überprüfen, indem er genau Farbe, Form der Frucht und Länge des Stängels und Blattes betrachtet. Auch der Geruch und Geschmack des Apfels spielen dabei eine Rolle. Eine der wichtigsten Aufgaben der Pomologen ist die Sammlung und der Erhalt alter, vom Aussterben bedrohter Äpfel. Zusätzlich suchen sie nach verschollenen Sorten. Der Begriff „Pomologe“ leitet sich vom lateinischen Wort „pomum“ ab, das Baumfrucht bedeutet.

Nils erklärt: Fischinventur

Am Anfang eines neuen Jahres ist es überall das Gleiche: Geschäfte und Betriebe machen Inventuren. Das ist dann auch manchmal sogar auf einem Schild am Laden angeschrieben. „Wegen Inventur geschlossen“ steht dann da zum Beispiel zu lesen. Bei einer Inventur wird alles gezählt und aufgeschrieben, was im Geschäft noch da ist.

Auch im Speyerer Großaquarium Sealife wird jedes Jahr gezählt. Dort wird gezählt, wer und was sich in den Becken tummelt. Allerdings halten die Tiere nicht still oder stellen sich brav in eine Reihe, wie man sich leicht vorstellen kann. Die Inventur bedeutet deshalb ganz schön viel Arbeit für die Aquaristen des Sealife! Sie kümmern sich um alles, was in den Aquarien kreucht und fleucht. Weil viele Augen mehr sehen als die wenigen der Aquaristen, bittet das Sealife seine Besucher um Unterstützung. Gestern waren viele Kindergartenkinder als Helder dabei.

Nils erklärt: Berufswahl

Der kleine Drache Grisu wollte immer Feuerwehrmann werden. Die Berufswahl war schwierig, denn Grisu spuckte immer wieder selbst aus Versehen Feuer. Man sollte sich also genau überlegen, in welche Richtung es mal nach der Schule gehen soll. Berufs- und Ausbildungsmessen können da einen guten Überblick geben, was es überhaupt alles gibt. Manchmal kommt man da auf ganz neue Ideen oder hört von Berufen, von denen man vielleicht noch nie etwas gehört hatte.

Nils fragt: Was ist Grundwasser?

Nicht nur Nils und seine Biberfamilie lieben Wasser. Für alle Lebewesen ist Wasser sehr wichtig. Menschen trinken das Grundwasser, weil es besonders sauber ist. Wie neues Grundwasser entsteht, ist einfach: Als Regen kommt das Wasser auf die Erdoberfläche. Dann beginnt es zu versickern. Erde und Steine filtern das Wasser auf seinem Weg nach unten. Dort lagert es zwischen dem Gestein und wird vom Menschen nach oben gepumpt. Auch Bakterien reinigen das Wasser auf natürliche Weise. Gelangen Schadstoffe ins Grundwasser, sind die reinlichen Tierchen gefährdet.

Nils erklärt: Was ist Klezmer-Musik?

Vielleicht habt ihr auch schon mal Klezmer-Musik gehört – es sind diese Stücke mit der schluchzenden Klarinette. Ich habe jetzt in Speyer Klezmer-Musik erlebt. Und die Musiker haben mir erzählt, was Klezmer eigentlich ist.

Klezmer ist eine Volksmusiktradition der Juden. Die Musiker, auch „Klezmorim“ genannt, spielten oft auf Hochzeiten. Je nachdem, ob die Tänzer gerade müde oder voller Energie waren, wurde schnell oder langsam gespielt. Die Klezmorim lernten die Lieder von ihren Eltern und gaben das Gelernte auch an ihre Kinder weiter. Eine Gruppe besteht mindestens aus einer Geige, einem Kontrabass und einer Flöte. Sogar ein Hackbrett kann man hören; nur gesungen wird beim Klezmer nie.

Klezmer ist eine sehr alte Tradition. Schon in der Bibel wurde von ihr erzählt. Das heißt allerdings nicht, dass sie ausgestorben ist. Seit den 1960er Jahren ist sie wieder beliebt und wird auch oft mit anderen Stilen kombiniert.