Auf dem Speyerer Friedhof sind in mehr als 100 Jahren etwa 60.000 Menschen begraben worden, die meisten davon in Särgen und Urnen. Aus religiösen Gründen wollen Juden und Muslime ohne Sarg in die Erde gelegt werden. Das geht aber in Speyer noch nicht, doch es soll auch in der Domstadt bald möglich sein. Viele Leute wollen eingeäschert werden. Dazu gibt es spezielle Anlagen, die Krematorien. Die Asche kommt in eine Urne, das ist ein spezielles Behältnis für menschliche Überreste. Diese kommt dann in ein normales Grab oder in ein Wiesen- beziehungsweise Baumgrab. Baumgräber gibt es seit einigen Jahren immer mehr, diese Orte nennen die Menschen dann oft „Friedwald“. Wer etwas von einem geliebten Menschen auch nach seinem Tod immer bei sich haben will, kann seine Asche zu einem Diamanten pressen lassen. Das ist sehr teuer und deshalb selten.
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Nils erklärt: Kröten, Piepen, Mäuse
Dass wir manchmal von „Mäusen“ reden, wenn wir Geld meinen, hat gar nichts mit den kleinen niedlichen Nagetieren zu tun. Der Ausdruck hat sich vermutlich aus dem hebräischen Wort für Münze entwickelt, das ma-ot oder auch ma-os ausgesprochen wurde. Daher kommt übrigens auch der Ausdruck „Moos“ für Geld, wie in dem Satz „Ohne Moos nix los“. Auch andere Worte, die wir in der Alltagssprache für Geld benutzten, stammen ursprünglich aus anderen Sprachen. Zum Beispiel „Kröten“: Das soll vom holländischen Wort „groten“ (Groschen) abstammen.
„Hast du mal etwas Kohle für mich?“ Wer das fragt, will wahrscheinlich keine echte Kohle, sondern Geld. Wenn früher jemand viel Kohle im Haus hatte, mit der er zum Beispiel heizen oder eine Dampfmaschine betreiben konnte, war das ein Zeichen dafür, dass er sehr viel Geld hatte. Deshalb wurde das Wort Kohle irgendwann gleichbedeutend mit Geld verwendet.
Mäuse, Piepen, Knete, Moos, Kies, Kröten, Kohle: Es gibt unheimlich viele Ausdrücke für Geld. Warum? Das hat damit zu tun, dass Menschen manchmal nicht wollen, dass andere verstehen, worüber sie reden. Gauner sollen zum Beispiel andere Worte für Geld benutzt haben, um die Polizei auszutricksen. Irgendwann haben aber so viele Menschen die Begriffe verstanden, dass sie Teil der Alltagssprache geworden sind.
Nils erklärt: Schlaganfall ist eine Erkrankung im Gehirn
Das Gehirn muss, wie alle Körperteile, durchblutet werden, um zu funktionieren. Jetzt kann sich aber irgendwo ein kleiner Pfropfen, ein Blutgerinnsel bilden. Wenn der ins Gehirn geleitet wird und dort eine Ader verstopft, dann spricht der Mediziner von einem Schlaganfall. Die Folge: Der Patient ist auf einer Seite wie gelähmt, hat Sehstörungen oder kann nicht mehr deutlich sprechen. Schlaganfall ist also eine Gehirnerkrankung. Ob ein Patient daran stirbt oder wie groß seine Beeinträchtigungen auf Dauer sind, hängt vor allem von der Zeit ab. Nur wenn ganz schnell Hilfe kommt, ist noch etwas zu machen. Beim Schlaganfall geht’s um Minuten.
Nils erklärt: Was bedeutet Erziehung?
Wenn in einer Familie ein Baby geboren wird, dann verändert sich das Leben der Eltern. Sie sind dann verantwortlich für ihr Kind. Das heißt, sie ziehen es groß. So nennt man das im Allgemeinen. Und dazu gehört auch Erziehung. Denn die meisten Eltern wünschen sich ja, dass sich aus ihrem Nachwuchs ein Mensch mit guten Eigenschaften entwickelt.
Zum Beispiel sollte man als Erwachsener ehrlich sein. Deswegen sagen eure Eltern vielleicht, dass ihr nicht lügen sollt. Auch anderen zu helfen, ist eine wichtige Eigenschaft. Oder zu anderen freundlich zu sein. Indem sie darauf achten und ein gutes Vorbild sind, versuchen Eltern und auch Erzieher in den Kitas, die Kinder auf ihr Leben vorzubereiten.
Es gibt ganz verschiedene Arten der Erziehung. Und meistens beinhalten diese feste Regeln. Zum Beispiel: keine Süßigkeiten vor dem Essen zu schnabulieren, pünktlich nach Hause zu kommen, nicht bei Rot über die Ampel zu gehen oder einem alten Mann im Bus den Platz freizumachen. Auch wenn euch das vielleicht manchmal nervt – und ich kann es ja auch nachvollziehen –, es hat wirklich einen guten Sinn!
Nils fragt: Was bedeutet Erste Hilfe?
Dass Leute manchmal Hilfe benötigen, ist klar. Neulich hörte ich den Begriff „Erste Hilfe“ und wusste nicht, was damit gemeint ist. Opa Nagbert hat mir das erklärt: Wenn Menschen dringend ärztliche Hilfe brauchen, etwa nach einem Unfall, kann es dauern, bis der Arzt kommt. In der Zeit können andere Leute „Erste Hilfe“ leisten. Sie müssen keine Ärzte sein. Wie sie trotzdem helfen können, sollten sie aber wissen. Manchmal reicht es aus, dem Verletzten einen Verband anzulegen oder eine leichte Blutung zu stillen. Bei schlimmen Unfällen sollten Ersthelfer prüfen, ob der Verletzte bei Bewusstsein ist. Was in Notfällen zu tun ist, lernst du im Erste-Hilfe-Kurs. Einen solchen Kurs musst du auch bestehen, um später deinen Führerschein zu erhalten.
Nils erklärt: So viele verschiedene Musikinstrumente
Wenn man an der Musikschule ein Instrument lernen möchte, muss man sich für eins entscheiden. Gar nicht so einfach! Ich habe mal auf der Internetseite der Schule geschaut, was es zur Auswahl gibt. Dabei habe ich gelernt, dass Instrumente zu Gruppen zusammengefasst werden. Sie werden so benannt, wie sie gespielt werden. Bei Tasteninstrumenten, wie dem Klavier, drückt man eine Taste, damit ein Ton kommt. In die Blasinstrumente pustet man hinein. Dazu zählen zum Beispiel solche aus Blech, wie die Trompete, und welche aus Holz, wie die Klarinette. Saiteninstrumente kann man streichen (Geige) oder zupfen (Gitarre). Und mit Schlaginstrumenten wie dem Schlagzeug macht man ordentlich Krach.
NILS FRAGT: Was ist ein Arbeitsgericht?
In Deutschland gibt es verschiedene Gerichte. Dazu zählen beispielsweise Verwaltungsgerichte, Amtsgerichte und Arbeitsgerichte. Jedes der Gerichte hat seine spezielle Zuständigkeit. Worum sich das Gericht kümmert, lässt sich manchmal an seiner Bezeichnung ablesen. So auch im Fall des Arbeitsgerichtes: Dort werden Angelegenheiten zwischen Arbeitnehmern und Arbeitgebern verhandelt. Immer wieder gibt es Fälle, in denen sich Arbeitnehmer und Arbeitgeber nicht auf eine Lösung einigen können und deshalb vor ein Arbeitsgericht gehen. Etwa, wenn ein Arbeitgeber seinem Arbeitnehmer vorwirft, zu Unrecht gekündigt worden zu sein. Oder wenn es Streit über Urlaubsansprüche gibt. Das Arbeitsgericht prüft dann den Fall und spricht ein Urteil. Weiter werden vor dem Arbeitsgericht Streitigkeiten zwischen Tarifvertragsparteien, also Gewerkschaften und Arbeitgebervereinigungen, behandelt.
Nils fragt: Was ist ein Staatssekretär?
Ein Land wie Rheinland-Pfalz hat eine Landesregierung. Dazu gehören die Ministerpräsidentin, quasi die Chefin des Ganzen, und ihre Minister. Das können Frauen und Männer sein. Diese Minister haben unterschiedliche Aufgaben. Eine ist fürs Geld zuständig, die andere für Schulen, einer für die Polizei, wieder eine andere für den Umweltschutz. Unterm Strich hat jeder Minister viele Aufgaben. Daher braucht er Hilfe. Helfen kann ein Staatssekretär. Er steht im Politikbetrieb in der zweiten Reihe. Er bekommt eigene Aufgaben und ist Stellvertreter des Ministers. Etwa so wie in der Schule ein Direktor und der stellvertretende Direktor; sie teilen sich die Arbeit und der eine vertritt den anderen. Aber: Nicht alle Leute finden es gut, dass es Staatssekretäre gibt. Manche sagen auch, es gäbe zu viele Minister. Sie haben Angst, dass zu viele politische Ämter geschaffen werden. Ämter, die Geld kosten. Und dieses Geld müssen die Bürger durch Steuern aufbringen.
Nils fragt: Was ist ein Präparat?
Als ich mit meinem Opa Nörgel im Bad Dürkheimer Naturkundemuseum war, sind mir die ausgestopften Tiere aufgefallen. Opa Nörgel erklärte mir, dass „ausgestopft“ nicht stimmt: Zwar wurden tote Tiere seit dem 17. Jahrhundert wirklich ausgestopft, doch inzwischen gebe es Verfahren, bei denen auch Techniken aus der Luftfahrt angewendet werden – zum Beispiel Kunststoffe und Harze, um die Tiere zu konservieren. Neben Jagdtrophäen gibt es solche Präparate für wissenschaftliche Zwecke: Weil man die Tiere viel intensiver betrachten kann, dienen sie der Forschung und bringen die Natur uns Kindern näher als in freier Wildbahn.
Nils fragt: Warum bringt der Schornsteinfeger Glück?
Die meisten Menschen freuen sich spontan, wenn sie einen Schornsteinfeger sehen. Aber warum gilt der Schornsteinfeger oder die Schornsteinfegerin eigentlich als Glückssymbol?
Oma Nagute hat mir erzählt, dass das von früher kommt. Wenn die Kamine nicht gereinigt waren, wenn also kein Schornsteinfeger da war, dann kam es in den damals noch mit Stroh gedeckten Häusern oft zu Bränden. Außerdem gab es Rauchvergiftungen, wenn der Kamin nicht sauber war. Die Hausbesitzer hatten also Glück, wenn der Schornsteinfeger da war, die Kamine gekehrt hat und so das Haus nicht abgebrannt ist.
Meine Oma weiß natürlich auch, warum der Schornsteinfeger auch eine Neujahrsfigur ist, die Glück bringen soll. Das hängt damit zusammen, dass früher die Schornsteinfeger um das Neujahr herum ihre Jahresrechnung vorbeibrachten. Das Haus stand noch, keiner hatte eine Rauchvergiftung, und dann kommt dieser Mensch, dem sie es verdanken, gleich am ersten Tag des neuen Jahres vorbei – das konnte ja nur ein glückliches Jahr werden. So hat sich das entwickelt.