Nils erklärt: Weißdorn und Sagen

Habt ihr gewusst, dass es der Weißdorn war, der Dornröschen in den hundertjährigen Schlaf geschickt hat? Sie hat sich daran gestochen und ist eingeschlafen, bis der Prinz kam und sie aus dem Schlaf erweckt hat. Der Weißdorn ist ein ziemlich dicht wachsender und kräftig dorniger Strauch. Er soll, so beschreiben es die alten Sagen, aber auch das Zuhause der guten Feen gewesen sein. Die haben dann bestimmt erst einmal die Dornen verzaubert … Es gibt auch eine alte christliche Erzählung, die besagt, dass die Dornenkrone, mit der Jesus am Kreuz zu sehen ist, aus Weißdorn war. Dass der Strauch auch heilende Wirkung hat, wussten schon die Menschen in der Antike. Die haben die Pflanze gegen Durchfall und zur Blutstillung eingesetzt. Heute werden Bestandteile der Pflanze vor allem bei Menschen mit nachlassenden Herzleistungen eingesetzt, und das ist nun kein Märchen.

Nils fragt: Was ist eine Statistik?

„Die Bürger hier in der Stadt werden auch immer weniger“, sagte mein Vater Nagbert neulich am Mittagstisch. „Woher willst du das denn wissen“, fragte ich ihn etwas herausfordernd. Da nahm mein Papa ein Bild mit ganz vielen unterschiedlich langen Balken: „Schau mal hier, diese Grafik zeigt die Statistik zu den Einwohnern.“ Und weil ich nicht wusste, was das heißt, hat er es mir erklärt. In einer Statistik kann man erkennen, wie sich Dinge über einen Zeitraum hin geändert haben. Sie besteht oft aus ganz vielen Zahlen, die regelmäßig gemessen und in eine Datenbank eingetragen werden. So kann man Aussagen über bestimmte Entwicklungen oder Trends treffen. Es gibt solche Statistiken eigentlich zu allen möglichen Themen: Arbeitslosigkeit, verkaufte Smartphones, Schüler in Rheinland-Pfalz. Du kannst mit deinen Geschwistern auch eine Statistik anlegen. Wenn ihr euch jeden Monat am gleichen Tag notiert, wie groß ihr seid, kann man bald erkennen, wer von euch am schnellsten wächst.

Nils berichtet: Unser Jahr und seine Bräuche

Zu Beginn des neuen Jahres erfahren Kinder im Alter von sechs bis zehn Jahren im Stadtmuseum im Rathaus-Center Spannendes über die vier Jahreszeiten und die damit verbundenen Bräuche im Christentum und in anderen Religionen. Was hat der Hase mit Ostern zu tun? Was ist das muslimische Zuckerfest, und warum feiert das Judentum Chanukkah? Diese und viele weitere Feste im Laufe eines Kalenderjahres können Kinder am Donnerstag von 15 bis 17 Uhr im Stadtmuseum kennenlernen. Ihr werdet dabei sehen: Es gibt viele Gemeinsamkeiten. Aber in der Veranstaltung wird es auch um die Frage gehen, welche Bräuche uns heute überhaupt noch wichtig sind und wie sie in Ludwigshafen gefeiert werden. Am Ende darf jedes Kind einen selbst gestalteten Kalender zu den wichtigsten Feierlichkeiten mit nach Hause nehmen. Der Eintritt ist übrigens frei.

Nils fragt: Was sind die Bandscheiben?

Habt ihr schon einmal etwas von Bandscheiben gehört? Mein Opa Nörgel ist kürzlich aus seinem Sessel aufgestiegen und hat schreckliche Schmerzen am Rücken gehabt. „Schon wieder diese Bandscheiben“, hat er da geflucht. Solche Bandscheiben, sagt Opa, werden auch Zwischenwirbelscheiben genannt, weil sie zwischen den Wirbeln der Wirbelsäule sitzen. Jeder Mensch hat 23 davon, sie sind beweglich und zwischen drei und sieben Millimeter hoch. Bandscheiben sind wie ein weiches Kissen zwischen den Wirbeln und sorgen dafür, dass sie gut gepolstert sind. Manchmal können sie aber auch verrutschen, vor allem, wenn man den Rücken stark belastet. Das kann ganz schön weh tun – Ärzte nennen das einen Bandscheibenvorfall.

Nils fragt: Was ist eine Drogerie?

Shampoo und Seife, Zahnpasta und Zahnbürste, Tee und Taschentücher kauft meine Schwester Nessy in einer Drogerie – das ist ein Geschäfte, in dem man vieles kaufen kann, was man im Alltag braucht. Vielleicht wunderst du dich darüber, woher die Drogerie ihren Namen hat. Drogerien entstanden aus den mittelalterlichen Arzneimittelhandlungen, die Heilkräuter verkauft haben. Weil diese Kräuter getrocknet wurden, hat man sie Drogen genannt. Das kommt aus dem Mittelhochdeutschen, das man hierzulande zwischen 1050 und etwa 1350 sprach, also vor ziemlich langer Zeit. Heute nennt man Arzneimittel selten Drogen, weil man sie sonst wohl leicht mit den bösen Giften verwechseln würde, die man ebenso nennt.

Nils erklärt: Vertrag mit Frist kündigen

Damit du von zu Hause aus deine Freunde anrufen kannst, benötigen deine Eltern einen Vertrag mit einem Telefonunternehmen. Solche Verträge gelten meist für eine festgelegte Zeit von zwölf oder 24 Monaten. Falls deine Eltern einmal zu einem anderen, günstigeren Unternehmen wechseln möchten, können sie dies erst, wenn die Vertragszeit abgelaufen ist. Dabei beachten müssen sie auch die Kündigungsfrist, die oft drei Monate beträgt. Das bedeutet, dass deine Eltern schon drei Monate vor Ablauf der Vertragszeit kündigen müssen, um den Vertrag wirklich zu diesem Zeitpunkt beenden zu können. Das soll dem Unternehmen Gelegenheit geben, sich auf die Kündigung einzustellen. Bei vielen anderen Verträgen ist das genauso. Wer beispielsweise zur Miete wohnt, kann den Mietvertrag nur unter Einhaltung einer Kündigungsfrist kündigen. So hat der Vermieter etwas Zeit, einen neuen Mieter zu finden.

Nils berichtet: Streiken für ein besseres Klima

Du hast sicher mitbekommen, dass es viel Streit ums Klima gibt. Viele Menschen machen sich Sorgen, weil es der Natur schlecht geht. Greta Thunberg, eine Schülerin aus Schweden, hat deswegen angefangen zu streiken und geht nicht mehr in die Schule: „Warum soll ich für die Zukunft lernen, wenn es bald keine Zukunft mehr gibt, weil niemand sie rettet?“ Auch Schüler aus Zweibrücken finden, dass Greta recht hat. Am 18. Januar wollen sie um 13.30 Uhr vor dem Rathaus für mehr Klimaschutz demonstrieren. Sie finden: „Man kann die Welt nicht dadurch retten, dass man sich an die Regeln hält.“

Nils fragt: Was macht ein Kurator?

„Heute hat uns der Kurator durch die neue Ausstellung von Gerhard Biber geführt“, erzählt Oma Nagute ganz aufgekratzt von ihrem Museumsbesuch. „Was ist denn ein Kurator?“, will ich wissen. „Das ist einer, der eine Kur macht – so wie Opa Nörgel kürzlich im Allgäu“, kräht mein kleiner Bruder Nals dazwischen.

„Nicht ganz“, sagt Oma und lacht. Ein Kunst-Kurator, erklärt sie, ist ein Ausstellungsmacher. Er organisiert in Museen oder Galerien Ausstellungen, sucht Werke aus, die gezeigt werden sollen und überlegt sich, wie man sie möglichst spannend präsentiert. Bei großen Projekten kann das mehrere Jahre dauern. Der Kurator liest viel, geht selbst häufig in Ausstellungen und besucht Künstler in ihren Ateliers. Zur Arbeit des Kurators können aber auch die Suche nach Geldgebern gehören oder die Absprachen mit Transportunternehmen und Versicherungen, damit alle Ausstellungsobjekte heil ankommen. Und schließlich schreibt der Kurator Texte, die dann als Pressemitteilung verschickt oder in einem Ausstellungskatalog abgedruckt werden.

„Von wegen Kur – das klingt ganz schön stressig“, sage ich zu Nals. „Ganz unrecht hat dein Bruder aber nicht“, meint Oma. In beiden Wörtern steckt das lateinische „curare“, das so viel heißt wie pflegen, behandeln, sich um etwas kümmern. „Und wer kümmert sich eigentlich um mich?“, ruft da Opa Nörgel aus dem Keller.

Nils erklärt: Was ist ein Pomologe?

Ein Pomologe ist ein „Apfeldetektiv“, der verschiedene Sorten züchtet und ihnen einen Namen gibt. Außerdem beschreiben Pomologen gefundene Äpfel und teilen sie den Sorten zu. Wenn er einmal nicht weiß, zu welcher Art der Apfel gehört, muss der Pomologe die „Identität“ des Apfels überprüfen, indem er genau Farbe, Form der Frucht und Länge des Stängels und Blattes betrachtet. Auch der Geruch und Geschmack des Apfels spielen dabei eine Rolle. Eine der wichtigsten Aufgaben der Pomologen ist die Sammlung und der Erhalt alter, vom Aussterben bedrohter Äpfel. Zusätzlich suchen sie nach verschollenen Sorten. Der Begriff „Pomologe“ leitet sich vom lateinischen Wort „pomum“ ab, das Baumfrucht bedeutet.