Das ist ja eine beeindruckende große Steinsäule, die da an der Straße in Hochdorf steht. Ziffern und altertümliche Buchstaben stehen darauf. Nils hat das am Wegrand entdeckt und ist neugierig, was es damit auf sich hat. Gut, dass Papa Nagbert Bescheid weiß. „Das ist ein Kilometerstein“, antwortet er und erklärt auch gleich, dass diese alten Steine Wegemarken für die Menschen waren, die auf Straßen oder Flüssen unterwegs waren. Früher gab es ja nicht solche gelben Straßenschilder wie heute, auf denen dann steht „Mutterstadt – sechs Kilometer“. Und Navigationsgeräte, die die Richtung und die Entfernung anzeigen, gab es erst recht nicht. Deswegen wurden an wichtigen Straßen solche Steine aufgestellt. Damals waren Reisende ja auch sehr langsam unterwegs und es war wichtig zu wissen, ob sie ihr Ziel noch bei Tag erreichen konnten. Kilometersteine gibt es heute aber auch noch. Sie sind aus Metall oder Kunststoff und nicht mehr so eindrucksvoll.
Kategorie: Allgemein
Nils erklärt: Wer war Marilyn Monroe?
In Filmen für Kinder hat die Schauspielerin Marilyn Monroe nie mitgespielt. Aber vielleicht hab Ihr doch schon einmal eine Filmszene mit ihr oder ein Foto von ihr gesehen. Als Schauspielerin und Fotomodell war und ist die blonde Frau eine der bekanntesten Menschen des 20. und 21. Jahrhunderts. Sie wurde 1926 geboren und starb vor 56 Jahren. Eigentlich hieß sie auch nicht Marilyn, sondern Norma Jeane mit Vornamen – und sie hatte eigentlich braune und keine blonden Haare. Ihr Kindheit war nicht besonders schön, sie war oft bei Pflegeeltern, auch mal im Heim. Schon mit 16 Jahren hat sie geheiratet. Dann entdeckte sie ein Fotograf und machte Bilder von ihr. Sie wollte zum Film, und das hat sie dann mit viel Einsatz auch geschafft. Woran genau sie starb, ist bis heute nicht ganz geklärt.
Nils fragt: Was ist das Porto?
Wenn ihr einen Brief oder ein Päckchen verschickt, müsst ihr normalerweise Briefmarken aufkleben. Die Briefmarken kosten Geld. Ihr zahlt damit dafür, dass ein Postunternehmen den Brief oder das Päckchen transportiert und dem Empfänger zustellt. Der Preis für diese Dienstleistung wird Porto genannt. Zum Aufkleben von Briefmarken sagt man frankieren oder freimachen. Früher gab es nur ein einziges Unternehmen in Deutschland, das Post zustellen durfte: die Deutsche Post, die bis zur Privatisierung 1994 Deutsche Bundespost hieß. Seit einigen Jahren machen andere Unternehmen der Deutschen Post Konkurrenz.
Nils fragt: Was ist ein Feuerläufer?
Wisst ihr, was ein Feuerläufer ist? Ich habe es nicht gewusst, als der Familienkundler Johann Benedom davon erzählte. Er hat diese seltsame Bezeichnung hinter einem Familiennamen in alten Büchern gefunden. Geschrieben in der alten „Sütterlinschrift“. Er musste sich sehr anstrengen, um die zu lesen. Herr Benedom hat aber herausgefunden, dass Feuerläufer ein Beruf gewesen sein muss.
Ich habe dann Opa Nörgel gefragt. Ihm ist eine alte Feuerordnung aus dem Mittelalter eingefallen, und die hat das Rätsel gelöst. Damals standen die Häuser in den Städten oft sehr eng beieinander. Außerdem wurde viel Holz verbaut, so dass sich Feuer rasend schnell ausbreiten konnte. Um es möglichst früh zu entdecken, gab es Beobachter in Türmen. Die mussten Alarmglocken läuten. Dann kam der Feuerläufer zum Einsatz: Er lief ganz schnell zu den Türmen und erkundigte sich nach dem genauen Ort des Brands. Anschließend ging er im Eilschritt und laut rufend durch die Gassen. Damit warnte er vor dem Feuer und setzte die Löschmannschaften in Gang. Ein Feuerläufer war also wichtig und angesehen.
Nils fragt: Wozu wird Lithium gebraucht?
Lithium ist ein silbrig-graues Leichtmetall. Es ist nicht so bekannt wie etwa die Metalle Eisen oder Kupfer. Aber mit Lithium habt ihr trotzdem zu tun gehabt. In der Natur kommt es in reiner Form nicht vor, sondern nur als Salz- oder Mineralverbindung etwa in der Erde. In winzigen Spuren findet ihr es zum Beispiel auch in Form von Lithiumsalzen in Mineralwasser.
Aber in seiner wichtigsten Anwendung haben die meisten von euch schon Lithium genutzt. Denn es findet sich in wiederaufladbaren Batterien, den sogenannten Lithium-Ionen-Akkus. Und die sind unverzichtbar in Smartphones, Laptops, Akkuwerkzeugen oder elektrisch betriebenen Fahrzeugen, wie Hybridautos, Elektroautos oder E-Bikes.
Lithiums wurde erst 1817 von dem Schweden Johan August Arfwedson entdeckt. Der Namen für das Metall kommt vom griechischen Wort Lithos, das Stein bedeutet.
Nils berichtet: Die Liga hilft den Tieren
In der Deutschen Eishockey-Liga (DEL) gibt’s Eisbären (in Berlin), Haie (Köln) und sogar zwei Sorten von Tigern (Nürnberg, Straubing). Jedenfalls haben sich viele Klubs Tiernamen gegeben. Die eben genannten Tiere verbindet in der Natur, dass sie bedroht sind. Der World Wide Fund For Nature (WWF) will mithelfen, sie vor dem Aussterben zu bewahren. Und dass die DEL dem WWF dabei helfen will, liegt für ihren Chef Gernot Tripcke nahe. Schaut doch mal auf die Internetseite des WWF (www.wwf.de/zusammenarbeit-mit-unternehmen) und redet mit euren Eltern darüber. Vielleicht könnt ihr zusammen ja auch helfen.
Nils fragt: Wer war Le Corbusier?
Le Corbusier wurde 1887 in der Schweiz geboren und starb 1965 in Frankreich. Sein richtiger Name war Charles-Édouard Jeanneret-Gris – 1920 legte er sich aber einen Künstlernamen zu. Le Corbusier war ein echter Tausendsassa – egal, ob moderne Architektur, Stadtplanung, Malerei, Bildhauerei oder das Entwerfen von Möbeln. Er sprühte vor Ideen, doch nicht alle waren von diesen Ideen begeistert. Manchen waren sie viel zu radikal. Andere warfen ihm vor, dass er diese Ideen mit allen Mitteln durchsetzen wolle. Sogar heute noch wird über seine Architektur gestritten. 17 Bauwerke, die Le Corbusier entworfen hat, gehören zum sogenannten Weltkulturerbe. Sie stehen in Japan, Argentinien, Indien und Europa. Am nächsten zu Neustadt liegen zwei Le-Corbusier-Häuser in Stuttgart.
Nils erklärt: Was das Pony vom Pferd unterscheidet
Kennt ihr den Witz: „Geht ein Cowboy zum Friseur. Kommt er wieder raus: Pony weg!“ Damit sind natürlich Stirnfransen gemeint – Haare, die ins Gesicht fallen. Ein echter Cowboy würde natürlich niemals auf einem Pony angeritten kommen. Echte Cowboys reiten Pferde. Was aber genau ist der Unterschied, denn eigentlich sehen sich Ponys und Pferde doch ziemlich ähnlich. Was sofort ins Auge fällt, ist der Größenunterschied. Und darin liegt auch schon die Erklärung: Ein Pferd ist mindestens 1,48 Meter groß. Als Pony wiederum bezeichnet man ein Pferd, das kleiner ist als 1,48 Meter. So wurde es festgelegt. Gemessen wird die Höhe eines Pferdes am Widerrist. Und das hat seinen Grund: Der Widerrist ist der Übergang vom Hals zum Rücken. Den kann man meist gut sehen, denn er ist ein bisschen erhöht – wie ein kleiner Hubbel. Was man da sehen und fühlen kann, sind die langen Dornfortsätze der ersten Brustwirbel. Senkt das Pferd den Kopf, ist das sein höchster Punkt. Riese unter den Pferden ist das Shire Horse: 1,80 Meter sind keine Seltenheit. Im Gegensatz dazu bringt es ein Shetland-Pony gerade mal auf einen Meter.
Nils erklärt: Der Christbaum
An Weihnachten schmücken Millionen Menschen auf der ganzen Welt einen Baum. Den Brauch, einen Baum zum Fest ins Haus zu holen, gibt es schon seit dem 16. Jahrhundert. Anfangs hatten nur reiche Leute Christbäume, erst gegen Ende des 19. Jahrhunderts konnten ihn sich auch einfache Menschen leisten. Die Bedeutung ist für alle gleich: Im dunklen Winter ist er mit seinen Lichtern ein Zeichen für neues Leben. Mit seinen immergrünen Nadeln steht er für die immer wieder erwachende Natur. In Deutschland werden jedes Jahr rund 25 Millionen Weihnachtsbäume verkauft, vor allem Nordmanntannen – da pieksen die Nadeln nicht so – und Blaufichten. Die Nadelbäume werden extra angepflanzt, und es dauert lange, an die 15 Jahre, bis aus ihnen ein Weihnachtsbaum von etwa zwei Metern Höhe geworden ist. Neben Tannen und Fichten werden auch Kiefer, Buchsbaum, Eibe und Wacholder verwendet. In Deutschland gibt es auf rund 15 000 Hektar landwirtschaftliche Flächen, auf denen Weihnachtsbäume gezüchtet werden. Das entspricht etwa 21 000 Fußballfeldern. Rund 70 Prozent des heimischen Bedarfs werden so gedeckt. Ein Teil der Christbäume kommt aber auch aus anderen Ländern, die meisten davon aus Dänemark.
Geschmückt werden Christbäume meist mit Kugeln, (Stroh-)Sternen, Lametta und (elektrischen) Kerzen, es gibt aber auch Christbaumschmuck, der besonders Kindern sehr zugesagt: essbaren nämlich. Das können Lebkuchen und Zuckerstangen sein oder auch kleine Schokoladenfiguren oder -kugeln. Dann macht auch das Abschmücken Spaß.
Nils erklärt: Was macht ein bayerisches Postamt in Pirmasens?
Wer genau hinsieht, kann auf der Alten Post am Pirmasenser Bahnhof oben den Schriftzug „Königlich Bayerisches Postamt“ erkennen. Die Alte Post war tatsächlich mal ein „Königlich Bayerisches Postamt“. Die ganze Pfalz und sogar ein Teil vom Saarland gehörte vor vielen Jahren zu Bayern. Genau gesagt 100 Jahre lang. Und das, obwohl es gar keine gemeinsame Grenze zu Bayern gab. Wer von der Pfalz nach Bayern wollte, musste damals erst durch Baden reisen. Angefangen hatte es 1816. Damals war die Gegend von Speyer bis Zweibrücken und Pirmasens im Besitz von Österreich. Vor der Bayernzeit hatte die Herrschaft über die Region gelegentlich gewechselt. Lange war es hessisch, weshalb auch der hessische Löwe auf dem Alten Rathaus prangt. Dann französisch für 26 Jahre und anschließend ein ganzes Jahr lang österreichisch. Die Österreicher traten die Pfalz an den bayerischen König ab und bekamen dafür unter anderem Salzburg. Bis 1918 war die Pfalz dann bayerisch. In Pirmasens gab es bayerische Regimenter und eben auch ein „Königlich Bayerisches Postamt“. Der bayerische König hatte sich mit der Villa Ludwigshöhe bei Edenkoben sogar einen repräsentativen Sommersitz erbauen lassen. Weil es in der Pfalz vielleicht im Sommer schöner war als in Bayern. 1918 war Schluss mit der Bayernzeit. Die Pfalz kam unter die Verwaltung der Franzosen. Die heute noch als „Saarpfalz“ bezeichnete Region um Homburg wurde aus der Pfalz ans Saarland angegliedert.